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Warum tägliches Lüften eines Sylter Hauses so wichtig ist

Aus Prinzip lüfte ich das Anwesen meines Kunden täglich mindestens ein Mal quer. Auch halte ich die Temperatur konstant und vermeide partielles Lüften oder Kippfenster-Lüften.

Ich merke in Gesprächen mit Eignern, dass der Sinn und Zweck von täglichen Stoßlüften nicht bekannt ist. Es gibt Zusammenhänge zwischen der Nutzungsart, der Architektur, den  verbauten Materialien, ausdünstenden Schadstoffe, Reinigungstechniken, der Mikro-Thermik im Seeklima und Wirkmechanismen, die noch nicht gründlich erforscht sind. 

Mikro-Thermik im Seeklima

Auf Sylt ist tägliches Lüften unerlässlich, egal wie alt oder jung oder durchrenoviert es scheint. Ich habe alte wie neue Häuser gesehen, die durch starke Vermiet-Frequenz, falsche Reinigung oder kurz nach einer Renovierung oder erst nach Jahren ohne erkenntlichen Grund “Fogging”-Beläge bekamen. Auf Wänden, Teppichen und Möbeln, auf Stoffen und technischen Einrichtungen. Eher dunkle Verfärbungen an Kältebrücken, graue, fettige Filme auf wertvollen Hochflor-Teppichen oder Naturstein-Platten in Erd- und Kellergeschoss. Das Phänomen Fogging wird hier hervorragend  beschrieben. Ich möchte es nicht unnötig dramatisieren, es ist jedoch ein Sylter Dauerthema. Im Bild einer “Premium Destination” haben solche Phänomene nichts zu suchen. Sie sind jedoch Fakt.

Querlüften und konstante Verhältnisse

Querlüftung hilft auch, Schimmel zu vermeiden. Dieser kann unmerklich unter dem Teppich sich verbergen, hinter Schalungen, Einbaumöbeln und im Putz. Auf Sylt kommt das Seeklima erschwerend dazu, welches trotz bester Isolation und Dichtigkeit der Fenster zu Micro-Thermiken und zu Micro-Klimaten in Häusern führt. Vorherrschende Windrichtungen, Schlagregen, Orkandruck, häufiges Reinigen, minimales Reinigen, Dauerzug durch Kamine etc. führen zu unterschiedlichen Belag-Bildern und gefühlt ungünstigen Raum-Klimaten. Man merkt es gleich beim Eintritt. Wird zudem kaum oder grob sporadisch Siphon-Pflege und Abfluss-Hygiene betrieben, kommt ein Geruchsproblem hinzu, das über die Saison kaum in den Griff zu bekommen ist. Senkt sich durch Verdunstung der Wasserspiegel in Abfluss-Knicks, strömt Geruch aus der Kanalisation in die Geschosse. Insbesondere bei Winddruck. Neben Lüften ist hier Wasser-Niveau- und Hygiene-Kontrolle in (oft langen) unbelebten Zeiten zwingend nötig. Wir setzen speziell behandelte Stopfen und verdunstungshemmende Retarder-Lösungen für die Becken- und Siphonpflege ein, die wir mit langer, dünner Tülle auch auch in Überfließ-Öffnungen eingießen. Dabei handelt es sich um ein Gemisch aus verschiedenen, langsam verdunstenden Alkoholen das wir in wechselnden Mengen zum destillierten Wasser dazugeben.

Es müffelt dezent oder auch sehr deutlch

Schlecht gewartete Häuser mit problematischen Voraussetzungen sind von Hausmeistern kaum in bestem Zustand zu halten. Millionenobjekte von Morsum bis List haben einen “Schatten”. Sie erfahren dadurch eine Entwertung, die kaum zu kaschieren ist. In den 80ern und 90ern waren Raumduft-Einsatz und Ausbringen von Chlormitteln noch verbreitet. Diese Art der kurzfristigen Verschleierung führt heute eher zu verunsicherten Nachfragen und ist deshalb tabu. Das Lüften führt am besten (ähnlich wie bei Kleidung) zur vorläufigen Neutralisierung der Geruchs-Symptome. Sämtliche Ausgasungen, (im Keller oft auch Radon), werden  ausgeleitet. Mein jetziges Objekt habe ich mir sehr genau angeschaut und hatte meinen Feuchtigkeitsfühler zur Materialmessung dabei. In Dünennähe kommt Feinstaub vom Sand und Aerosoleintrag (Salzwasserstäube) zusammen. Hier sehen wir bei Möbeln und Elektronik oft sichtbare  Beeinträchtigungen. Fernbedienungen im Kellergeschoss leiden wie auch Schalter und Antennenleitungen. Auch Geschirr, Besteck und Gläser werden angegriffen. Das Ausbringen von Hussen, das Einschlagen des Besteckes und Verschließen der Gläser bei Abwesenheit sind Lösungsansätze. Das A und O bleibt die regelmäßige Lüftung quer von unten nach oben und in Windrichtung und nicht unter einer halben Stunde täglich.

Bei Fragen einfach fragen.

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