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Dauerholz als langfristige Lösung im Sylter Klima

Ich habe ein Holz gefunden, das für die harten Sylter Wetterbedingungen sich als ideal erweisen könnte. Stege, Plätze, Geländer, Möbel  und Treppenstufen werden damit gefertigt. Und es rechnet sich. 

Der ökologische Werkstoff DAUERHOLZ ist eine Erfindung eines Hamburger Tischlermeisters – er entdeckte, dass (Kerzen)-Wachs an einem Holzstück den Verfall verlangsamte. 2009 hat die DAUERHOLZ AG die Produktion im mecklen-burgischen Dabel aufgenommen. Nach einem patentierten Verfahren wird einheimisches Holz bis in den Kern hinein mit Wachs getränkt. Jährlich produzieren fast 60 Beschäftigte rund 10.000 Kubikmeter des Werkstoffes.

Formstabil, volumenstabil

Mit der Entwicklung des DAUERHOLZ-Verfahrens ist es erstmals gelungen, heimisches Holz derart zu modifizieren, dass es bei der Verwendung im Außenbereich hinsichtlich Dauerhaftigkeit und Dimensionsstabilität alle anderen handelsüblichen einheimischen Hölzer und auch viele Tropenhölzer übertrifft, ohne gleichzeitig bei den Festigkeitseigenschaften Einbußen hinnehmen zu müssen. Die vollständige Durchtränkung des Holzes mit ungiftigem Wachs bis in das Kernholz hinein, sorgt für eine sehr gute Hydrophobierung (wasserabweisende Imprägnierung) des Werkstoffes. In Verbindung mit der niedrigen Ausgleichsfeuchte von Dauerholz wird somit allen holzzerstörenden Pilzen die Lebensgrundlage entzogen.

Wie wird DAUERHOLZ hergestellt?

Basismaterial für die Produktion von DAUERHOLZ ist Schnittholz der heimischen Waldkiefer und anderer heimischer Holzarten. Nach einer exakt auf das patentierte DAUERHOLZ-Verfahren abgestimmten Vorkonditionierung und einer anschließenden Trocknung wird in einem Autoklaven flüssiges Wachs in das Holz eingebracht. Anschließend erfolgt eine definierte Nachkonditionierung um die Ausgleichsfeuchte und die gleichmäßige Wachsverteilung im Holz einzustellen. Das so behandelte Holz durchläuft dann die üblichen Bearbeitungsverfahren wie sägen, hobeln und profilieren.

Welche Eigenschaften zeichnen DAUERHOLZ aus?

Dimensionsstabilität: Das DAUERHOLZ-Verfahren führt zu einer erheblichen Reduzierung der Gleichgewichtsfeuchte. DAUERHOLZ wird mit einer durchschnittlichen Restfeuchte von ca. 6 % ausgeliefert. Durch die starke Hydrophobierung (wasserabweisende Imprägnierung) von DAUERHOLZ wird das Quell- und Schwindverhalten sehr deutlich reduziert.

Dauerhaftigkeit: Die Dauerhaftigkeit von DAUERHOLZ entspricht nach ersten Tests der Klasse 1 (sehr dauerhaft) in Anlehnung an die Normen EN 350-1 und EN 350-2. Damit erreicht bzw. übertrifft DAUERHOLZ in der Dauerhaftigkeit selbst die meisten Tropenhölzer, wie z.B. Bangkirai. Selbst bei dauerndem Erdkontakt (Gefährdungsklasse 4) oder bei andauernder Wassereinwirkung (Gefährdungsklasse 3) ist ein Schutz gegen holzzerstörende Pilze gegeben. Hierdurch ergibt sich eine nahezu uneingeschränkte Anwendungsvielfalt im Außenbereich.

Härte/Festigkeit: DAUERHOLZ-Kiefer hat, je nach Dichte des Ausgangsmaterials, eine mittlere Dichte von 600 – 1.000 kg/m³. Laboruntersuchungen haben bestätigt, dass sich durch die Volltränkung mit Wachs die Festigkeitswerte im Vergleich zu unbehandeltem Holz (Druckfestigkeit längs und quer zur Faserrichtung) um bis zu 30 % verbessern. Die Oberflächenhärte nimmt ebenfalls im Mittel um ca. 30 % zu. Der bei thermisch modifizierten Hölzern (sog. Thermoholz) häufig zu beobachtende Festigkeitsverlust findet bei DAUERHOLZ nicht statt. DAUERHOLZ ist daher sehr gut für die Verwendung als Bodenbelag oder Konstruktionsholz geeignet und kann bei der statischen Querschnittsbemessung wie unbehandeltes Holz behandelt werden. Prüfungen für eine bauaufsichtliche Zulassung für den konstruktiven Hochbau sind in Arbeit.

Entflammbarkeit/Brandverhalten: DAUERHOLZ wurde hinsichtlich seines Brandverhaltens gemäß DIN 4102-1 untersucht. Das Untersuchungsergebnis stellt fest, dass DAUERHOLZ den Anforderungen der Baustoffklasse B2 entspricht und als normal entflammbar anzusehen ist. Im Brandfalle kann DAUERHOLZ mit allen üblichen Löschmitteln bevorzugt jedoch mit Pulver oder Schaum gelöscht werden.

Rutschfestigkeit: Terrassendielen aus DAUERHOLZ wurden nach DIN 51130 (Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit erhöhter Rutschgefahr) sowie nach DIN 51130 (Nassbelastete Barfußbereiche) auf ihre Rutschfestigkeit geprüft. Danach sind Bodenbeläge aus DAUERHOLZ sowohl ohne, als auch mit Holzöl-Oberflächenbeschichtung gemäß der ermittelten Prüfergebnisse nach den Richtlinien der DIN 51130 der Bewertungsgruppe R11 bis R12 und nach DIN 51097 der Bewertungsgruppe B bis C zuzuordnen. Damit sind Bodenbeläge aus DAUERHOLZ, unabhängig von ihrer Profilierung, auch für Bereiche mit erhöhter Rutschgefahr bzw. für nassbelastete Barfußbereiche sehr gut geeignet.

Umweltverträglichkeit/Emissionen von DAUERHOLZ: DAUERHOLZ besteht nur aus heimischem Holz und Wachs. DAUERHOLZ enthält keinerlei kennzeichnungspflichtige oder giftige Stoffe. Bei der Produktion von DAUERHOLZ entstehen keine umweltschädlichen Stoffe oder Abfälle. Während des Produktionsverfahrens werden lediglich die natürlichen Harze und Terpene aus dem Holz gelöst. Das für die Hydrophobierung (wasserabweisende Imprägnierung) verwendete Wachs besteht nur aus Kohlenstoff und Wasserstoff, ist sehr hart, hoch rein, geruchs- und geschmacklos, unlöslich in fast allen Stoffen (z. B. Wasser, aber auch Schwefelsäure und Salpetersäure) und nicht mischbar mit Wasser. Es entspricht den Richtlinien zur Verwendung in der Lebensmittelindustrie (z. B. als Käserinde oder bei der Herstellung von Gummibärchen oder Lippenstift). Der Schmelzpunkt des Wachses liegt bei ca. > 80° C, so dass DAUERHOLZ auch bei extrem hohen Oberflächentemperaturen keine Wachs-Emissionen zeigt.

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